Zu viele weiße Blutkörperchen im Sperma können zu verminderter Fruchtbarkeit führen

Die Anzahl der weißen Blutkörperchen ist häufig einer der während eines Spermiogramms gemessenen Parameter. Während eine gewisse Anzahl weißer Blutkörperchen im Samen normal ist, kann eine erhöhte Konzentration (Leukozytospermie) die männliche Zeugungsfähigkeit negativ beeinflussen und auf ein potentielles Gesundheitsproblem hindeuten.

Die Weltgesundheitsorganisation World Health Organization, spricht von einer Leukozytospermie, wenn mehr als 1 Million weisse Blutkörperchen pro Milliliter im Sperma vorhanden sind.

Weiße Blutkörperchen im Spermiogramm

Das Immunsystem des Körpers verlässt sich beim Kampf gegen Infektionen, die durch eindringende Zellen und Bakterien verursacht werden, auf die Hilfe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Die im Knochenmark hergestellten Leukozyten bewegen sich frei durch den Blutkreislauf und neutralisieren jegliche fremde Viren, Bakterien oder Pilze.

Wenn eine Infektion vorliegt, produziert der Körper mehr weiße Blutkörperchen, um die schädigenden Zellen aufzuhalten.

Angesichts der Tatsache, dass Leukozyten zu jeder Zeit in jedem Teil des Körpers zu finden sind, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich diese Zellen auch im Sperma befinden.

Bei einer niedrigen Konzentration beeinflussen die weißen Blutkörperchen die Spermatozoen nicht und wirken sich somit nicht negativ auf die Fruchtbarkeit aus.

Eine hohe Konzentration an Leukozyten jedoch kann die Fruchtbarkeit vermindern und dieser Umstand ist als Leukozytospermie bekannt. Eine Leukozytospermie wird dann diagnostiziert, wenn die Anzahl der weißen Blutkörperchen im Sperma mehr als eine Millionen Leukozyten je Milliliter beträgt.

Ist Leukozytospermie verbreitet und was ist die Ursache?

Leukozytospermie tritt selten auf und betrifft zwischen 5 und 10% der Männer. Bei ungefähr 20% der Männer, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterziehen, wird eine  diagnostiziert.

Es gibt eine Reihe von Faktoren, welche die Anzahl der weißen Blutkörperchen steigern können, einschließlich Infektionen des Genitaltraktes, Alkoholkonsum, Verwendung von Marihuana sowie Rauchen1. Längere Abstinenz und bestimmte Sexualpraktiken, wie etwa Analverkehr oder die Verwendung vaginaler Produkte (zur Pflege oder Behandlung) können nach dem Geschlechtsverkehr beim Mann ebenfalls zu einer Leukozytospermie führen.

In einigen Fällen werden Männer mit anormaler Spermienproduktion eine hohe Anzahl an weißen Blutkörperchen aufweisen als einen Schuztmechanismus zur Entfernung defekter Spermien. Männer, die sich einer Vasostomie oder Varikozele unterzogen haben, können ebenfalls eine höhere Konzentration an Leukozyten in ihrem Sperma aufweisen.

Wie beeinflusst Leukozytospemie die Fruchtbarkeit?

Es gibt keine klaren Erkenntnisse über die Effekte einer erhöhten Anzahl an weißen Blutkörperchen auf die männliche Fruchtbarkeit. Einige Studien berichten über keine negativen Auswirkungen der Leukozytospermie2,3.

Andere Studien haben jedoch eine Korrelation zwischen verminderten Samenparametern und Leukozytospermie gefunden, insbesondere in Bezug auf Spermienbeweglichkeit und -morphologie4,5,6.

Eines der Bedenken bei einer Leukozytospermie ist, dass diese zu zellularer Oxidation führt. Das bedeutet, dass Spermazellen während des Reifungsprozesses geschädigt werden und somit Beweglichkeit und Morphologie negativ beeinflusst werden.

Sobald Spermazellen beschädigt sind, ist deren Fähigkeit zur Befruchtung der Eizelle bedeutend geringer. Je höher die Anzahl der weißen Blutkörperchen, desto wahrscheinlicher wurden Spermien durch reaktive Sauerstoffspezies (ROS) geschädigt. Die Konzentration von ROS kann jedoch durch die Anwesenheit von Antioxidantien verändert werden.

Dies bedeutet, dass obwohl Samen einen hohen Anteil an weißen Blutkörperchen enthält, dies nicht notwendigerweise zu einer verminderten Fruchtbarkeit führt, falls eine erhöhte Konzentration an Antioxidantien vorliegt, um die ROS zu minimieren.

Die Behandlung von Leukozytospermie

Wenn bei Ihnen eine Leukozytospermie diagnostiziert wurde und Sie Probleme mit der Fruchtbarkeit haben, so gibt es mehrere Behandlungsansätze. Die Bestimmung der zugrunde liegenden Ursache für eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen im Sperma ist der erste Schritt.

Patienten können auf sexuell übertragbare Krankheiten untersucht werden, wie etwa Gonorrhöe und Chlamydien und jede andere mögliche Infektion des Genitaltraktes. Wird eine Infektion festgestellt, so werden Antibiotika als Behandlung verschrieben. Dies sollte die Anzahl der weißen Blutkörperchen wieder in den Normalbereich bringen.

Die Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Fruchtbarkeit von Männern mit Leukozytospermie. Eine mit wichtigen Nährstoffen angereicherte, gesunde Diät unterstützt die gesunde Spermienentwicklung und kann zur Verbesserung der Fruchtbarkeit beitragen. Der Genuss von reichlich Obst und Gemüse unterstützt die Steigerung der Konzentration der Antioxidantien im Sperma und die effektive Neutralisierung von ROS. Es gibt auch eine Reihe von Fruchtbarkeits-Nahrungsergänzungsmitteln, die regelmäßig zur Steigerung der Fruchtbarkeit eingenommen werden können.

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Literatur

  1. “Close, C., Roberts, P. and Berger, E. (1990). Cigarettes, alcohol and marijuana are related to pyospermia in infertile men. Journal of Urology, 1990. Volume 144, Issue 4 (pp. 900-3.).”
  2. “Cottell, E., et al. (2000). Are seminal fluid microorganisms of significance or merely contaminants? Fertility and Sterility, Volume 74, Issue 3, (pp. 465-470).”
  3. “Rodin, D., Larone, D. and Goldstein, M. (2003) Relationship between semen cultures, leukospermia, and semen analysis in men undergoing fertility evaluation. Fertility and Sterility, Volume 79, Issue 3, (pp. 1555-8).”
  4. “Aziz, N., et al. (2004). Novel associations between specific sperm morphological defects and leukocytospermia. Fertility and Sterility. Volume 82, Issue 3, (pp.621-670.”
  5. “Esfandiari, N., et al. (2002). Positive bacterial culture of semen from infertile men with asymptomatic leukocytospermia. International Journal of Fertility and Women’s Medicine. Volume 47, Issue 6, (pp. 265-70).”
  6. “Thomas, J., et al. (1997). Increased polymorphonuclear granulocytes in seminal plasma in relation to sperm morphology. Human Reproduction. Volume 12, Issue 11, (pp. 2418-21).”