Mit der Entscheidung für eine künstliche Befruchtung beginnt eine neue Phase der Familienplanung. Dieser Prozess kann finanziell, körperlich und psychisch für beide Partner belastend sein.

Für Frauen können die erforderlichen Hormonpräparate schwierig werden, weil sie mitunter starke Stimmungsschwankungen, Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen. Männer haben in dieser Phase oft mit dem Gefühl der Hilflosigkeit zu kämpfen.

Für einige Paare ist auch die finanzielle Last schwer zu tragen, da die anfallenden Kosten ein großes Loch in die Haushaltskasse reißen können.

Nahrungsergänzungsmittel für die männliche Zeugungsfähigkeit im Vergleich

Wir haben Mikronährstoffe und Dosierungen von vielen Produkten verglichen.

Meist der letzte (dafür effektive) Ausweg

Die künstliche Befruchtung ist meist der letzte Ausweg, wenn der natürliche Weg versagt hat.

Männer müssen dafür sorgen, dass ihre Spermien von höchster Qualität sind. Sie müssen ihren Lebensstil ändern und Ergänzungsstoffe zu sich nehmen1,2.

Einige Mikronährstoffe regen nachweislich die Entwicklung gesünderer und beweglicherer Spermazellen an (siehe Vergleich auf der linken Seite).

Frauen wird empfohlen, hohe Mengen an Multivitaminkomplexen zu sich zu nehmen, um den oxidativen Stress zu verringern. Vitamine, Folsäure 3 und essentielle Fettsäuren sollten ebenfalls in ausreichender Menge in der Ernährung enthalten sein, da sie die gesunde Entwicklung des Embryos fördern4,5.

Risiken

Mit einer künstlichen Befruchtung sind einige offensichtliche Risiken verbunden. Diese können erfolgreich minimiert werden, wenn das Paar vor der Behandlung gut beraten wird. Klicken Sie unten und lesen Sie hierzu unseren ausführlichen Artikel.

Kosten und Erfolgschancen

Intrauterine Insemination (IUI)

Die Intrauterine Insemination (IUI) ist eine der gängigsten Methoden der künstlichen Befruchtung. Bei dieser Form werden aufbereitete Spermazellen direkt in die Gebärmutter injiziert. Wenn nur eine sehr geringe Menge an Spermazellen verfügbar ist, wird eine ähnliche Methode namens Intratubare Insemination (ITI) angewendet. Die Spermazellen werden dann direkt in den Eileiter gespritzt.

Die Spermazellen werden zumeist durch Masturbation gewonnen und die Insemination geht schmerz- und risikofrei vonstatten.

Kosten und Erfolgschancen

Wenn eigenes Sperma verwendet wird, liegen die durchschnittlichen Kosten für eine künstliche Besamung in Westeuropa und den USA bei rund 400 € pro Zyklus. je nach Standort und Klink können diese Kosten jedoch auf bis zu 2000 € ansteigen.

Die Kosten in Osteuropa und in Vorderasien fallen meist wesentlich niedriger aus.

Die Erfolgswahrscheinlichkeit hängt vom Fruchtbarkeitsprofil und Alter beider Partner ab. Die Wahrscheinlichkeit der meisten IUI-Paare innerhalb eines Zyklus schwanger zu werden, liegt bei 5 bis 20 %.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten zur Steigerung der Fruchtbarkeit steigt die Wahrscheinlichkeit auf rund 20 %. Lebendgeburten bei künstlicher Besamung werden statistisch nicht erfasst.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel zur IntraUterinen und IntraZervikalen Insemination (IUI und ICI)

 

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In-Vitro-Fertilisation (IVF)

Bei der In-Vitro-Fertilisation werden die reifen Eizellen aus dem Mutterleib entnommen und in einem Labor mit den Spermazellen des Partners befruchtet, wobei diese im Gegensatz zur Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (siehe unten) auf natürliche Weise in die Eizelle eindringen.

Da auf diese Weise oft zwei Spermazellen gleichzeitig eindringen ist das statistische Vorkommen von eineiigen Zwillingen bei der IVF Behandlung grösser. Nach erfolgreicher Befruchtung werden bis zu vier Embryos (je nach Landesgesetzen) direkt in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt.

Wenn im Labor mehr als vier Eizellen befruchtet werden, können sie für eine weitere Behandlung eingefroren werden.

Kosten und Erfolgschancen

Die nachfolgenden Zahlen zu Erfolgschancen bei einer IVF und ICSI stammen von der HFEA (britische Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie).

Die Fähigkeit einer Frau, ein Kind zur Welt zu bringen, nimmt mit zunehmendem Alter stark ab. Wenn sie eigene Eizellen verwendet, sind die Erfolgschancen durchschnittlich höher, je jünger sie ist.

In Großbritannien 2010 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) betrugen die Erfolgschancen bei Frauen, die frische Embryos mit ihren eigenen Eizellen austrugen:

  • 32,2 % bei Frauen unter 35
  • 27,7 % bei Frauen zwischen 35–37
  • 20,8 % bei Frauen zwischen 38–39
  • 13,6 % bei Frauen zwischen 40–42
  • 5,0 % bei Frauen zwischen 43–44
  • 1,9 % bei Frauen über 44

Der Großteil der Frauen hat eine Erfolgsrate von 20-35 % pro Zyklus. Daher werden bis zu drei Zyklen anberaumt.

Die Kosten können enorm schwanken. Paare müssen pro Zyklus Kosten von rund 8000 € in den USA und in Großbritannien, rund 4000 € pro Zyklus in westeuropäischen Ländern wie Frankreich und Spanien oder zu 1600 € oder gar weniger in Ländern wie Indien, Türkei und Litauen erwarten.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel zur IVF

 

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Spezielle Risiken der IVF Behandlung

Nach der Einpflanzung der Embryos kann die Frau das Progesteronhormon Corpus Luteum einnehmen, um ihren Körper beim Prozess der Schwangerschaft zu unterstützen. Dann ist jedoch die Wahrscheinlichkeit einer ektopischen Schwangerschaft oder Missgeburt etwas höher als bei einer natürlichen Befruchtung.

Die Frage, ob bei diesen Methoden die Anzahl der angeborenen Fehlbildungen höher als bei einer natürlichen Befruchtung liegt oder nicht, ist in Fachkreisen ein umstrittenes Thema6 und wurde noch nicht hinreichend belegt.

Intracytoplasmische Spermainjektion (ICSI)

Das Verfahren der Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ähnelt der IVF in vielerlei Hinsicht, u.a. in Bezug auf die Behandlungsschritte und die Risiken. Bei der IVF-Behandlung werden die Sperma- und Eizellen nur außerhalb des Körpers im Reagenzglas (= „in vitro“) befruchtet und ermöglichen ein natürliches Eindringen der Spermien in die Eizelle.

Bei einer ICSI injiziert der Arzt jedoch eine einzelne Spermazelle direkt in die Eizelle. Diese Methode eignet sich besonders, wenn die Qualität des Spermas sehr schlecht ist und wenige oder gar keine Keimzellen in den Spermien vorhanden sind.

Kosten und Erfolgschancen

Die Erfolgschancen von ICSI und IVF Behandlungen sind praktisch identisch und werden daher nicht einzeln aufgeführt. Bitte schauen Sie unten bei den Erfolgschancen einer IVF nach und erkundigen sie sich speziell bei der Klinik ihrer Wahl.

Die Kosten einer ICSI betragen in den USA und Großbritannien im Durchschnitt 1200 € pro Zyklus. Je nach Fruchtbarkeitsprofil und Standort können die Preise jedoch stark schwanken.

Die hier aufgeführten Preise sind lediglich Schätzwerte, die von einer 10- bis 12-tägigen medizinischen Fruchtbarkeitsstimulation für IVF-, ICSI- und IMSI-Zyklen ausgehen. Arzneikosten lassen sich schlecht vorhersagen, da die Reaktion auf die Stimulierung bei jeder Patientin anders ist und die Menge während der Behandlung sowohl verringert als auch erhöht werden kann.

Auch hier liegen die Preise für die Behandlung und die Medizin in ost- und nichteuropäischen Ländern wahrscheinlich um Einiges niedriger.

Spezielle Risiken einer ICSI

Bei einer ICSI wird das Sperma des Mannes oft über Gewebeentnahmen aus dem Hoden oder den Nebenhoden gewonnen. Die Biopsie erfolgt unter örtlicher Betäubung. Wie jede andere Operation ist auch dieser mikrochirurgische Eingriff mit gewissen Risiken verbunden.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel zur Intrazytoplasmischen Spermieninjektion

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Eizellenspende (Allotransplantation)

Bei diesem Prozess muss eine Eizelle von einer Spenderin mit Spermien in einem Reagenzglas befruchtet werden. Diese Methode ist in einigen EU-Ländern, darunter auch in Deutschland, verboten.

Die befruchtete Eizelle des Spenders wird dann in die Gebärmutter der Frau mit Kinderwunsch eingepflanzt. Der Spender bricht meist auf Wunsch der Mutter jede Verbindung zu dem Kind ab.

Kostenrichtlinien

Wie bereits bei den einzelnen Behandlungsmethoden erklärt, können die Kosten stark variieren. Sie werden auch meist nicht von der Krankenkasse übernommen.

Grob gerechnet sollten Sie mit Ausgaben in Höhe von 10.000 EUR rechnen, wenn Sie eine professionelle Behandlung und realistische Erfolgschancen wünschen.

Die Kostenfrage sollte jedoch nicht Ihre größte Sorge sein. Viel wichtiger ist Ihre Gesundheit und die Auswahl einer geeigneten Fruchtbarkeitsklinik.

Bei der Kliniksuche behalten Sie bitte folgende Trends im Auge:

  • In Gebieten mit wenigen Fruchtbarkeitskliniken liegen die Preise aufgrund der mangelnden Konkurrenz meist höher.
  • Hohe Lebenserhaltungskosten sind nicht gleichbedeutend mit hohen Behandlungskosten.
  • Preise für IUI schwanken in einem Kommabereich, d.h. Sie sollten hier besonders aufmerksam vergleichen. Einige Angebote beziehen Medikamente, Blutanalysen und Sonogramme mit ein, andere nicht – daher der große Preisunterschied.

Wichtige Fragen

Paare, die eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehen, sollten bei der Wahl der Klinik keine Mühe scheuen und diverse Faktoren berücksichtigen.

Wenn der Kostenfaktor Ihre Entscheidung maßgeblich beeinflusst, fragen Sie in Kliniken nach einer detaillierten Auflistung der Verfahren und der daraus resultierenden Kosten.

Beachten Sie daher besonders folgende Fragen:

  • Sind Medikamente, Tests, Laborarbeiten und Beratungen in den Behandlungskosten enthalten?
  • Bietet die Klinik finanzielle und psychologische Beratungen an? Falls ja, fallen zusätzliche Gebühren für diese Dienste an?
  • Da die wenigsten Krankenkassen eine Fruchtbarkeitsbehandlung bezahlen, ist es durchaus sinnvoll, die etwaigen Kosten im Voraus abzuschätzen.

Verzeichnis der Fruchtbarkeitskliniken

Wir haben mehrere empfehlenswerte Kliniken und Spezialisten in unserer Datenbank, die bereits langjährige Erfahrung und tiefgründiges Wissen in ihrem Bereich vorweisen können.

Bitte nutzen Sie diese Datenbank und stellen Sie den aufgelisteten Fachkräften obige Fragen.

Bibliographie

  1. Morales ME, Rico G, Bravo C, Tapia R, Alvarez C, Mendez JD. Progressive motility increase caused by L-arginine and polyamines in sperm from patients with idiopathic and diabetic asthenozoospermia. Ginecol Obstet Mex. 2003; 71: 297-303
  2. Scibona M, Meschini P, Capparelli S, Pecori C, Rossi P, Menchini Fabris GF. L-arginine and male infertility. Minerva Urol Nefrol. 1994; 46(4): 251-3
  3. Laanpere M, Altmae S, Stavreus-Evers A, Nilsson TK, Yngve A, Salumets A. Folate-mediated one-carbon metabolism and its effect on female fertility and pregnancy viability. Nutr Rev. 2010; 68(2): 99-113
  4. Coletta JM, Bell SJ, Roman AS. Omega-3 fatty acids and pregnancy. Rev Obstet Gynecol. 2010; 3(4): 163-171
  5. Greenberg JA, Bell SJ, Ausdal WV. Omega-3 fatty acid supplementation during pregnancy. Rev Obstet Gynecol. 2008; 1(4): 162-169
  6. Chian RC, Xu CL, Huang JYJ, Ata B. Obstetric outcomes and congenital abnormalities in infants conceived with oocytes matured in vitro. Facts Views Vis Obgyn. 2014; 6(1): 15-18
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